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Das Breath® Markensignet

Annikas Geschichte - eine Reise zu mir selbst | Teil V

  • Autorenbild: Annika Köster
    Annika Köster
  • 2. Juli
  • 7 Min. Lesezeit
Annika und Sonni beim BreathQ® Summer Breathe Retreat im lichtdurchfluteten Yogaraum.
Credits: Annika Köster

Full of Energy Breathwork Retreat

Es gibt im SOMA®️ Breath ein Konzept, das sich LOVE nennt und für „Level of Vibrational Energy“ steht. Ziel ist es, dieses mittels Atemmeditation aufs nächste Level zu heben. Genauso fühlt es sich gerade an, als hätte ich meine Energie aufs nächste Level gehoben – mein ganzer Körper vibriert und pulsiert und mich durchströmt pure Energie. Es ist, als hätte ich eine glühende, orange-rote Kugel voller Energie verschluckt und diese strahlt jetzt aus meinem Bauch heraus in alle Teile meines Körpers. Zu sagen, ich wäre aufgeregt, wäre untertrieben. Ich bin auch nicht nervös oder ängstlich, sondern da ist vor allem unglaublich viel Freude in mir und diese schier unendliche Energie. Ich könnte hüpfen und schreien und tanzen und springen. Aber stattdessen mache ich etwas, was mir zur Heimat geworden ist: ich atme. Nicht noch mehr Energie, sondern Ruhe und Klarheit, um meine Energie in die richtigen Bahnen zu lenken und mich zu zentrieren und in meine Mitte zu kommen. 

 

Der Yogaraum im Stimbekhof
Credits: BreathQ®

 Und dann ist es endlich soweit: der Tag, auf den ich hin gefiebert habe, ist da. Ich sitze im Kreis mit einer Gruppe Frauen im lichtdurchfluteten Yogaraum des Stimbekhofs in der Lüneburger Heide zusammen. Und ich sitze nicht irgendwo links in der Ecke oder hinten unter dem Fenster, sondern ich sitze vorne, direkt neben Sonni, die dieses Retreat leitet, denn zum ersten Mal darf ich ein Retreat nicht als Teilnehmerin, sondern als BreathQ® Basic Instructor begleiten und von Sonni lernen, wie es ist, eine Gruppe anzuleiten. Meine Aufgabe ist es, den „Raum zu halten“ und ich gestehe, ich war im Vorfeld aufgeregt und kribbelig und habe mich innerlich gefragt, was das eigentlich heißt, den „Raum zu halten“.


Sonni führt eine Breathwork Session während des Summer Breathe Retreats.
Credits: BreathQ®

Nun sitze ich hier vorne, es ist angenehm kühl im Yogaraum trotz der Hitze draußen und alle lauschen mit geschlossenen Augen der Musik und Sonnis Worten. Die Teilnehmerinnen, alles Frauen aus unterschiedlichsten Orten Deutschlands, viele davon zum ersten Mal dabei, sind in die erste Atemsession vertieft. Ich spüre, wie jede der Frauen mit jedem Atemzug ein bisschen mehr bei sich ankommt. Aus dem Außen ins Innen eintaucht. Aus dem Funktionieren heraus ins Sein kommt. 

Und mit einem Mal ist jegliche Aufregung der vergangenen Tage verschwunden. Ich fühle mich klar, ruhig und präsent und bin vollkommen bei mir selbst. Es ist, als würde ein Puzzleteil meines Lebens an seinen Platz fallen – als wäre ich angekommen, wo ich hin gehöre. Ich weiß, ich bin hier vorne am richtigen Platz. Ich fühle die Menschen, den Raum und plötzlich verstehe ich, was den „ Raum halten“ eigentlich bedeutet. 

 

Ein neues Ich, das sich vor nichts mehr fürchten muss

Alle johlen und klatschen. Die Trommeln beben im Rhythmus und die Stimmung ist ausgelassen. Wir stehen um die Eistonnen herum und feuern die beiden Frauen an, die gerade darin eingetaucht sind. Das Wasser ist kalt und Eiswürfel schwimmen darin. Aber bei 30 Grad Sommerhitze ist das Bad in der Eistonne für die meisten Teilnehmerinnen nach einem ersten Moment der Überwindung vor allem eine willkommene Abkühlung. Ich mache Fotos von den Frauen und bin überrascht und beglückt, wie schön und beseelt alle in der Eistonne aussehen.

 

Teilnehmerin sammelt Mut und innere Stärke während der Eisbaderfahrung beim Retreat.
Credits: BreathQ®

Doch dann plötzlich ebbt das Gejohle ab, die Stimmen werden gedämpfter und ehrfürchtiger. Alles wird leiser, die Konzentration steigt, Stille breitet sich aus. Alle fühlen intuitiv, dass sich etwas verändert hat. Da ist eine Teilnehmerin, der dieser Schritt wirklich schwer fällt und mit großer Überwindung und Angst verbunden ist. Als sie die Eistonne betritt, wird es plötzlich ganz still und man spürt förmlich, wie alle innerlich mitfiebern. Die Gruppe trägt die Frau und als sie es geschafft hat und nach 2 Minuten erlöst und mit einem seligen Lächeln wieder aus der Tonne steigt, bin ich ganz ergriffen und mir treten für einen Moment die Tränen in die Augen. Ich spüre, wie bei dieser Frau gerade ein neues Ich aus dem alten Ich geboren worden ist und wie ihr Selbstvertrauen gestärkt und ihr Selbstwertgefühl auf ein anderes Level gehoben worden sind. Dieses Ich, das die Angst überwunden hat, wird sich vor nichts mehr fürchten müssen. 

 

Ich spüre ihren Herzschlag, ich fühle ihren Atem


Teilnehmerin verbindet sich während eines Breath Walks mit der Natur in der Lüneburger Heide.
Credits: BreathQ®

Die Kühle des Waldes ist wohltuend nach der Hitze des Weges und die Bäume strahlen Kraft und Ruhe aus. Die Teilnehmerinnen nehmen die Kraft und das Urvertrauen der Bäume in sich auf, geben ihr Gewicht an die Erde ab und lassen sich tragen. Und auch ich lasse mich innerlich fallen, die Worte strömen ohne Nachdenken aus mir heraus, entwickeln ein Eigenleben, entfalten ihre Wirkung.

Während ich zu den Teilnehmerinnen spreche und anleite, schließe ich die Augen und fühle die Gruppe, ich tauche ganz hinein und spüre ihren Herzschlag, fühle ihren Atem. 


Ich beginne zu begreifen, warum es für solch einen Breath Walk, wie ich ihn hier gerade selbst anleite, keine konkrete Anleitung geben kann, nur eine Art Skizze, während das eigentliche Bild entsteht, während wir gehen und atmen. „Fühl die Energie der Gruppe, spüre, was sie gerade braucht“, hatte Sonni im Vorfeld gesagt, „geh mit dem Flow, das ist besser als jeder Plan“. Und so lasse ich die Notizen in meiner Tasche und begebe mich mit der Gruppe auf ihre Reise ins Innere. Hinterher bin auch ich ganz erfüllt und fühle mich kraftvoll und ruhig und auch ein kleines bisschen stolz. 


Teilnehmerinnen praktizieren Atem- und Bewegungsübungen im Garten des Stimbekhofs.
Credits: BreathQ®

Es gibt einen kurzen Moment, da beginnen die Zweifel wieder zu schreien, vielleicht ist es auch einfach nur die Erschöpfung, die sich bemerkbar macht. Ich fühle mich plötzlich schwach und ungenügend, ich bin erschöpft und müde. Da ist noch so vieles, was ich lernen muss. War es wirklich sinnvoll, von vorne zu beginnen? Doch dann setze ich mich in den Schatten und gucke in die alten Bäume hinauf und atme Nadi Shodhana, die wechselseitige Nasenatmung, und plötzlich bin ich wieder in meiner Mitte. Die Umgebung wird wieder klar und mir wird bewusst, welch wichtige Aufgabe ich habe und dass es hier ja gar nicht um mich geht, sondern um die Anderen. Und ich erinnere mich an das, was ich vor ein paar Tagen in den Schulungsunterlagen gelesen habe:

"Natürlich spielen Wissen, Methoden und Techniken eine wichtige Rolle. Doch professionelle Atemarbeit entsteht vor allem durch die Art, wie Du Menschen begegnest: durch Deine Haltung, durch Deine Kommunikation, durch Deine Präsenz und durch den verantwortungsvollen Umgang mit Vertrauen. Professionelle Atemarbeit beginnt nicht bei der Technik – sie beginnt in der Art, wie Menschen sich in Deiner Begleitung fühlen. Du musst niemand anders werden, um Menschen professionell begleiten zu können.“ 

Und mit einem Mal bin ich wieder präsent und erfüllt und mit all meiner Energie und Lebensfreude im Hier und Jetzt und bereit, meine Begeisterung für den Atem und mein Strahlen an andere Menschen weiterzugeben. 

 

Atemarbeit berührt

Gemeinschaft und Verbundenheit beim Lagerfeuer während des BreathQ® Retreats.
Credits: BreathQ®

Mit jedem Tag und jeder Atemsession wird die Stimmung intensiver und werden die Gespräche tiefer. Aus einzelnen Menschen wird eine Gruppe, die jede einzelne Frau der Gruppe trägt. Ob bei der Kakaozeremonie, am Lagerfeuer oder im Sharing Circle – die Themen werden persönlicher und es fließt auch die eine oder andere Träne. Atemarbeit berührt. 

Es ist eine geborgene und sichere Atmosphäre in der Gruppe, getragen, beschützt und in Sicherheit. Ein geschützter Raum, in den keiner ungefragt eindringen kann. Nur so ist es möglich, sich zu öffnen und Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen auszutauschen. Und beim letzten Sharing Circle bin ich dankbar und zugleich überrascht, wie sehr sich die Frauen öffnen und wie viel Inneres nach Außen gespült wird. Die Emotionen fließen, die Stimmung ist bewegt und kaum ein Auge bleibt trocken. 

Aber – und auch das muss hier einmal gesagt werden – je mehr an angestauten Emotionen fließen darf, je mehr Vergangenes sich sanft lösen darf, desto gelöster und leichter wird auch die Stimmung. Desto mehr sind alle im Hier und Jetzt und bei sich selbst. Es wird unglaublich viel gelacht an diesem Wochenende und so manch eine geht deutlich stärker, mutiger und selbstbewusster daraus hervor. 

 

Die Heldin in Dir

Zu Beginn bin ich ein bisschen neidisch, wobei Neid nicht das richtige Wort ist, denn Neid beinhaltet eine negative Komponente. Hier ist es eher das Gefühl, dass ich den Teilnehmerinnen dieses intensive Erleben gönne, aber es einfach auch wahnsinnig gerne nochmals erleben würde. Gemeint ist der Breath Rave und die damit verbundene letzte intensive Atemsession. Die Musik tobt, der Schweiß fließt und die Stimmung im Raum ist aufgeheizt. Zu Beginn fühle ich mich noch ein bisschen wie eine Zuschauerin, rücke Matten zurecht, passe auf, dass keine irgendwo anstößt, behalte alle im Blick. 

Doch dann ist es, als würde mich mit einem Mal eine Welle der Energie überrollen. Der ganze Raum bebt vor Kraft und Emotionen und Hitze und ich kann die Energie im Raum förmlich mit den Händen greifen. Jede ist ganz bei sich selbst und in ihrer eigenen Welt. Die unfassbare Energie überwältigt mich. Ich versuche diese Energie im Raum zu halten, damit jede sich sicher und gehalten fühlt und sich voll und ganz auf ihr Erleben und ihr Inneres konzentrieren kann. Und mit einem Mal breitet sich eine Welle des Glücks in mir aus, ich bin ergriffen und glücklich, umgeben von lauter Frauen, die plötzlich alle ein Stückchen größer geworden sind und die Heldin in sich zum Vorschein gebracht haben. Und ich weiß, diese Frauen haben sich gespürt. Jede davon ist gewachsen und sich selbst näher gekommen und nimmt etwas von diesem Gefühl mit nach Hause. 

 

Sonnenuntergang über der Lüneburger Heide nach einem intensiven Retreat-Tag.
Credits: BreathQ®

  Am Abend nach dem Retreat schwimme ich im See in der Abendsonne. Alles fällt von mir ab und die Erschöpfung weicht der Zufriedenheit. Mal ehrlich, gibt es eine schönere Aufgabe, als Menschen in die eigene Wahrnehmung und zu sich selbst zu führen? 

 

Das BreathQ® „Summer Breathe Retreat“, vom 18.-21. Juni 2026 auf dem Stimbekhof in der Lüneburger Heide, bildete den Rahmen für diese Erfahrungen. Vier Tage mit Atem, Natur und Bewegung. Vier Tage, die sich leicht anfühlten – und gleichzeitig tief gingen. Raum für echte Lebendigkeit, Verbindung und diese besondere Sommerenergie.

Die BreathQ® Retreats

In einer Welt voller Reize ist echte Präsenz und das menschliche Erleben selten geworden. Natur. Atem. Bewegung. Gemeinschaft. 

Auf unseren BreathQ® Retreats erlebst Du intensive Atemsessions mit Yoga & Bodywork, Kälteexposition und Mentaltrainings inspiriert durch Wim Hof, Naturerfahrungen sowie echten Begegnungen am Lagerfeuer oder Kamin an außergewöhnlichen Orten. Was Du daraus mitnimmst, sind mehr Energie und körperliche Präsenz, einen klareren Zugang zu Deinem Atem, neue Impulse für Deinen Alltag und Verbindungen und Erinnerungen, die bleiben. Eine Übersicht unserer Retreats findest Du Hier. Wenn Du unsicher bist, welches Retreat für Dich das richtige ist, oder wenn Du Fragen zu unseren Angeboten hast, buche jederzeit gerne Dein kostenfreies Beratungsgespräch. Wir nehmen uns Zeit, gemeinsam herauszufinden, was für Dich gerade passt.


Annika Köster, BreathQ® Basic Instructor und Autorin der Blogserie über ihre Atemreise.

Autorin: Annika Köster

BreathQ® Basic Instructor Marketing- und Kommunikationsexpertin

Diplom-Kulturwirtin (Univ.)


Wohin wird Dein Atem Dich führen?

Unter diesem Motto nimmt Annika Dich in den kommenden Monaten mit auf ihre persönliche Reise durch die BreathQ® Ausbildung zur Atemtrainerin.

Ihr Anliegen: Atemarbeit für Menschen erlebbar machen – und dort, wo Worte oft nicht ausreichen, mit Bildern und Geschichten die Tiefe und Kraft des Atems spürbar werden lassen.


Wir freuen uns über Deine Kommentare, Fragen und Dein Feedback.


6 Kommentare


Christiane
04. Juli

Wunderbar geschrieben, Annika. Immer so wunderbar authentisch und lebendig. Danke für das Teilen Deiner wertvollen, ersten Erfahrung und herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss Deiner Atemausbildung. Gratulation!

Das Foto von Sonni und Dir zeigt bereits das harmonische Team, daß ihr beide seid. Mit jedem weiteren Erlebnis dieser Art wächst die Erfahrung. Weiterhin alles Gute und hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen.

Liebe Grüße Christiane

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Annika
vor 4 Tagen
Antwort an

Liebe Christiane,

Vielen lieben Dank für Deine schönen Worte und Deine Glückwünsche! 💕 Es ist immer wieder berührend zu erfahren, dass ihr alle mitfiebert, mitbegleitet und Euch mitfreut. Danke für diese tiefe Verbundenheit!

Und ich hoffe ebenfalls, dass wir uns bald wiedersehen, egal auf welcher Seite des Raums ich dann dabei sitze… 😉

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Susanne
03. Juli

Dieser Beitrag fasst so gut das Erlebte in die Worte, die ich nicht dafür finden, sondern bislang nur fühlen konnte. Ich war zum 1. Mal dabei (und nicht zum letzten Mal) und bin so dankbar für diese Reise zu mir selbst und eure Begleitung, Sonni und Annika. Hätte ich es nicht gewusst, liebe Annika, hätte ich nicht gemerkt, dass du in Ausbildung bist. Mit dem Blog-Beitrag hast du mich nochmal an die wunderschöne Zeit mit vielen wundervollen Frauen zurückversetzt, die so oder so immer in meiner Erinnerung bleiben wird. Wir sehen uns wieder!

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Annika
03. Juli
Antwort an

Liebe Susanne,

Vielen lieben Dank für Deinen berührenden Kommentar. 💕

Dein wunderschönes Kompliment hänge ich mir an die Pinnwand und schau es mir im Fall von immer mal wieder aufkeimenden Selbstzweifeln an. 🩷

Ich freue mich, Dich am Sonntag bei der SOMA Breath Experience wiederzusehen. ⭐️

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Ingrid
02. Juli

Liebe Annika, ich hatte das Glück dich bei deinem ersten Retreat zu erleben. Ich habe gespürt und gefühlt wie du mir meinen Raum freigehalten hast, damit ich sicher war. Vielen Dank für deine Umsicht, deine liebevolle und professionelle Art und Weise.

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Annika
03. Juli
Antwort an

Liebe Ingrid,

Vielen lieben Dank für Deine liebevollen und berührenden Worte. 💕

Ich habe mich sehr gefreut, Dich und Deine Tochter bei dem Retreat endlich persönlich kennen lernen zu können und Euch ein Stück auf Eurer Reise zu begleiten. ⭐️

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